Jaaa, ihr habt richtig gelesen. Wie die Überschrift vernehmen lässt, habe ich mit meiner ecuatorianischen Gastfamilie persönlich, hautnah und vor Ort Bekanntschaft gemacht. Aber gut, von vorne. Mein Gastbruder Gonzalo studiert bereits seit 2 Jahren in Mannheim, dieses Jahr war meine Gastfamilie in Italien in Ferien und danach fuhren sie eine Woche zu Gonzalo nach Mannheim. Da liegt es auf dem Weg dass ich den Gedanken nicht aushalten kann, dass meine Gastfamilie 250km weit/nah weg von mir herumwandelt ohne mich von ihrer Identität selbst zu überzeugen
Um halb eins hatten wir uns auf dem Paradeplatz verabredet. Nervös? Hm, irgendwie war ich nicht nervös. Aber ich musste nervös sein!!! Mein Rucksack war vollgepackt mit lebensnotwendigen Gegenständen wie ein Wörterbuch, Geschenke für meine Familie, Foto, Handy, Adressen und lauter anderem unnötigem Kram. Blöderweise machte mich der Gedanke auch nicht viel nervöser. Ich stand mitten auf dem Paradeplatz und suchte Leute, von denen ich keinen Schimmer hatten, wie sie aussahen. Dunkler als der Durchschnitt, hab ich vermutet und so ziemlich jeden angequatscht, der aus Südamerika stammen könnte und sich suchend umblickte. Nach vier oder fünf Fauxpas hatte ich eigneltich kaum damit gerechnet. Doch plötzlich hörte ich jemanden meinen Nachnamen rufen. Gonzalo? Hilfe, ja, den gab es tatsächlich! Hinter ihm Josefina und Alberto, seine Gasteltern. Herzliche Umarmungen, faire la bise à la Lateinamerika, hola Karla, natürlich durfte auch die Frage nach meinem Wohlbefinden nicht unter den Tisch fallen. Ja klar ging es mir gut!!
Irgendwie fehlte mir aber María José, meine 14jährige Gastschwester. Wie ich danach leider erfuhr, musste sie bereits nach Ecuador zurückfliegen, da sie Prüfungen schreiben musste. Schade. Aber machte nichts. Ich konnt ja hoffentlich Josefina, Alberto und Gonzalo auf Trapp halten. Die erste Station war ein Restaurant, ich hab geschickt verheimlicht, dass ich Vegetarierin bin und meinen Rucksack gelert, sprich ihnen die Geschenke übergeben. Eine Weinflasche, ein Buch über den Schwarzwald, ein bisschen Krimskrams über Freiburg, ein Freiburgshirt für María José, Bilder von Zuhause und eine Karte von meinen Eltern, die sich -auf dem Englisch meiner Tante
– entschuldigten, nicht anwesend zu sein, sich bedankten, sich freuten, blablabla… Alberto hat mich begeistert mit der (schon bekannten) Geographie Ecuadors vertraut gemacht, Cuenca erinnert ihn übrigens an Freiburg, und mir von etwas erzählt, wo ich erstmal solche Augen bekam
die augenblicklich sich darin
verwandelten. Meine Familie hat ein Ferienhaus in Salinas! Salinas, Strand, Sonne, Segeln, Baden, hach wie toll. Und das auch noch alle zwei Wochen! Dazu haben sie eine Hacienda in den Anden und da meine Gastschwester in Quito studiert wird mir das auch nicht vorbehalten bleiben. Auch über María José haben sie viel erzählt. Meine Eltern hatten anfangs große Bedenken, dass sie schüchtern ist, aber ich habe so ziemlich das Gegenteil gehört, Gonzalo meinte, sie wäre pausenlos am reden, Josefina redete von einer unternehmungslustigen und sie meinte, wir würden uns sicher gut verstehen. (daran glaub ich jetzt einfach mal
) Übrigens ist sie nordamerikanische Segelmeisterin, was mich schon sehr ins Staunen brachte.
Hach, danach sind wir noch ein Heladito, also ein „Eis-chen“ essen gegangen und mir war klar: Ja, die sind es! Die Chemie stimmt! So freundlich und gesprächig, so liebenswürdig.
Am liebsten wäre ich heute schon mit ihnen zurückgeflogen nach Ecuador. Mit der liebenswürdigen Josefina, dem heimatreferierenden Alberto zur gepsrächigen María José.
[Bilder]
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